Das Thema Grundeinkommen wird auch innerhalb der SP sehr kontrovers behandelt:

Der Waadtländer SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab ist Gewerkschafter. Er misstraut der Vorlage, weil sie zu wenig durchdacht sei und zu viele Fragen offen lasse. Die Vorlage könne zu einem Freipass für das Parlament werden, das seit den letzten Wahlen über eine bürgerliche Mehrheit verfüge. «Wir wissen heute, wie menschenfeindlich, wie arbeitnehmerfeindlich die heutige Mehrheit im Nationalrat ist. Das ist eine zu grosse Gefahr, dass man solchen Leuten einfach ein leeres Blatt gibt, damit sie unsere Sozialwerke zerstören.»

Doch es gibt auch andere Stimmen innerhalb der SP. Eine der Befürworterinnen der Vorlage ist die Basler Nationalrätin Silvia Schenker. Für sie greifen die Argumente der Gewerkschafter zu kurz. Der ganze Teil der unbezahlten Arbeit, der kreativen Arbeit, der Freiwilligenarbeit, der hat bei den Gewerkschaften traditionell relativ wenig Platz. Und das wird sich in Zukunft stark verändern. Die Erwerbsarbeit wird eher abnehmen. Deshalb brauchen wir ein neues System der sozialen Sicherheit.

14. Mai 2016