Zukunft in Weinfelden mitgestalten

Im Rahmen des Jubiläumsjahres „100 Jahre SP Weinfelden“ organisierte  Ursi Senn-Bieri den  Workshop  „Weiter denken – Zukunft in Weinfelden mitgestalten?!“  mit der Idee, nicht nur zurück zu schauen, sondern auch nach vorne. Zu diesem Zweck wurde Stefan Tittmann vom St. Galler Förderverein „OstSinn – Raum für mehr“ eingeladen und als Örtlichkeit der originelle Eventraum „eis zu eis“ (Kradolfer Gipserhandwerk), Sonnenstrasse 2, ausgewählt.  Stefan Tittmann begann mit einem wegweisenden Zitat des zeitkritischen Soziologen Harald Welzer: „Heute kommt es darauf an, nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen zukunftsfeindlich und zukunftsfähig zu unterscheiden.“  In seinem Input-Referat vermittelte Stefan Tittmann den nachdenklich stimmenden Tatbestand, dass für jeden Angehörigen der Industriegesellschaft 45 Menschen unter sklavenähnlichen Umständen arbeiten, aber auch den Hinweis auf die Hoffnung erweckende „Agenda 2030“ des Bundes (www.eda.admin.ch/agenda2030) und viele weitere bedenkenswerte Wissensbestände. Ebenfalls  Ursache für eine aufbauende  Grundhaltung der Zukunft gegenüber gab der Rückblick auf die Aktivitäten des erwähnten Vereins „OstSinn“. In mehreren Ostschweizer Gemeinden bspw. wurde auf dessen Initiative ein sog. „Zukunfts-Kafi“ eingerichtet (http://www.generationenakademie.ch/de/Angebot/Zukunfts-Kafis). Im Anschluss an diesem anregenden Vortrag wurden die Anwesenden aufgefordert, aktiv mitzudenken, wie eine zukunftstaugliche Welt im lokalen Rahmen aussehen könnte. Nach regem mehrphasigen Austausch stellten die Teilnehmenden am Schluss ihre Ideen vor, bspw. die Anregung zur Umgestaltung von brachliegenden Grünflächen in der Stadt oder das Mutmachen, Quartiertreffs zu organisieren. Einig waren sich alle darin, dass mit vielen kleinen, aber auch grossen kreativen Initiativen die Menschen wieder zusammengebracht werden sollen, nur so könne der immer noch vorhandenen Tendenz zur Vereinzelung entgegengewirkt werden. Im abschliessenden Umtrunk bot sich die Gelegenheit – und sie wurde rege genutzt – die aufgegleisten Themen weiter zu diskutieren und sich auch persönlich näher kennen zu lernen. Einmal mehr zeigte sich, wie wichtig und fruchtbar solche Anlässe sind, nicht zuletzt deshalb, weil so wieder eine Möglichkeit geboten wurde, von Mensch zu Mensch und nicht von Display zu Display zu interagieren.

 

Martin Wassmann

23. Jan 2018